Ätiologie

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Keyword: Ätiologie

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Definition: Die Ätiologie (griech. -lat.) ist die Lehre von den Ursachen. Die Kenntnis der Ursachen ist seit prähistorischen Zeiten die Voraussetzung für die rationale Behandlung etwa einer Krankheit.

Information: Die moderne > Tiefenpsychologie sieht die Ursachen psychischer und > psychosomatischer Störungen und > Neurosen in unbewussten, abgewehrten oder gehemmten Bedürfnissen und Potenzialen, in unverarbeiteten Traumata und > Konflikten, in > Komplexen und > Komplexreaktionen. J. Breuer und S. Freud erkannten die entlastende Wirkung der Aufdeckung (> Analyse) unbewusster Triebwünsche, seelischer Konflikte und Geheimnisse und deren Abreaktion (> Katharsis). Daraus leitete Freud seine Methode der > Psychoanalyse ab. A. Adler (> Individualpsychologie) erkannte im Streben nach Überlegenheit, um Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden, einen der wichtigsten ätiologischen Faktoren, der zu Neurosen führt. C. G. Jung fasste die Neurose als eine Entzweiung, ein Uneinssein mit sich selber, als einen "Bürgerkrieg in der eigenen Seele" oder auch als ein Abweichen des Ich-Bewusstseins Ich-Komplex von den Intentionen des > SELBST auf. Dies scheint der gemeinsame Nenner vieler Neuroseformen zu sein.

Diskussion: Keine

Literatur: Ribi, A. (2002): Der normal kranke Mensch. Die Neurosen aus der Sicht C. G. Jungs; Ribi, A. (1989): Was tun mit unseren Komplexen?

Autor: A. Ribi